Pressekonferenz der Jugend zu zweisprachigen Schildern an den Bahnhöfen in Chronstau und Dembiohammer

Der Bund der Jugend der Deutschen Minderhiet in der Republik Polen hat zusammen mit den befreundeten Jugendorganisationen gegen Janusz Kowalski und seine Anforderungen der sofortigen Entfernung der deutschsprachigen Schilder von den Bahnhöfen in Chronstau und Dembiohammer postuliert.

„Hier ist Polen“, so begann der Abgeordnete Janusz Kowalski am vergangenen Samstag einen Eintrag auf seinem Facebook-Profil zu den zweisprachigen Schildern an den Bahnhöfen in Chronstau und Dembiohammer. In seinem Beitrag stellt Herr Kowalski die Montage von zweisprachigen Schildern an diesen Bahnhöfen in Frage und postuliert die „Wiederherstellung von Bahnhofsnamen nur in polnischer Sprache“. Die dortigen Tafeln sind die einzigen ihrer Art im Land, aber nicht die einzigen in Europa (z.B. Bozen in Südtirol), und sie wurden an Orten aufgehängt, an denen die polnische und die deutsche Bevölkerung seit Jahren in Harmonie leben.

Als Antwort auf den Slogan „Hier ist Polen“ starteten die Jugendlichen die Kampagne #wPolsceusiebie #inPolendaheim #naszHeimat #unsereHeimat, deren Ziel es ist, den multikulturellen Charakter der Region zu betonen und zu zeigen, dass auch in Polen seit Jahren Minderheiten leben. Auf diese Weise wollen die jungen Leute Stolz auf ihre Identität, den Respekt für Minderheiten und Multikulturalität demonstrieren. Jeder, der sich für Minderheiten, ihre Kultur, ihre Sprache und ihre im Grundgesetz garantierten Rechte einsetzen möchte, kann sich an der Aktion beteiligen. Um Ihre Solidarität auszudrücken, müssen Sie nur ein Foto mit einem zweisprachigen Schild machen und es dann in sozialen Medien mit den offiziellen Hashtags der Aktion posten.

„Die Aussage von Herrn Janusz Kowalski in den sozialen Medien ist verletzend und sogar diskriminierend für alle Menschen, die einer Minderheit angehören! Schließlich leben wir in einer offenen und toleranten Region, wir freuen uns, viele Kulturen und Nationalitäten über die Grenzen hinweg zu vereinen. Ich repräsentiere die junge Generation der deutschen Minderheit, die stolz ist auf ihre Kultur, ihre Wurzeln und Rechte, dank derer es seine Identität entwickeln kann. Es ist den zweisprachigen Schildern in unseren Städten zu verdanken, dass die deutsche Minderheit in der Region sichtbar ist. Die Essenz der Sache wird durch die Fotos vieler junger Menschen bestätigt, die sich mit den zweisprachigen Tafeln fotografieren und an unserer Aktion teilnehmen.“ – sagte Zuzanna Herud, stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit in der Republik Polen.

Während der Konferenz wurden die Jugendlichen der deutschen Minderheit von den Leitern der befreundeten Jugendorganisationen, die in der Woiwodschaft Oppeln tätig sind, unterstützt.

Michał Branicki von der Jungen Union wies auf die multikulturelle Geschichte der Oppelner Region und die daraus resultierende Identität hin, die auf ethnischer Vielfalt beruht. Er bezeichnete Versuche, die Legitimität von zweisprachigen Schildern zu untergraben, als „einen Versuch, lokale Werte zu zerstören“.

Tobiasz Gajda (Vorsitzender der Jungen Demokraten der Region Oppeln) verwies auf die Rechtsgrundlage, auf der die derzeitigen zweisprachigen PKP-Tafeln existieren, und nannte die schlichte Unkenntnis von Herrn Kowalski, als Grund für die Einleitung von Maßnahmen zu deren Beseitigung. Er stellte auch die Frage: „Beabsichtigt Herr Kowalski, polnische Schilder im Ausland mit demselben Eifer zu bekämpfen?

Amadeusz Hoffman, ein Vertreter der Föderation Junger Sozialdemokraten, präsentierte die Vorteile von zweisprachigen Schildern im Zusammenhang mit dem Aufbau einer freundlichen Atmosphäre auch für Zuwanderer. Ihm zufolge können Menschen, die sogar von der östlichen Grenze nach Polen kommen und die zweisprachigen Schilder sehen, die Akzeptanz der Vielfalt in der Region spüren, was sich positiv auf ihre Stimmung und die Bereitschaft, in unserer Region zu arbeiten, auswirkt.

Der Vertreter von Young Together, Jakub Kiedrzynski, richtete einen persönlichen Appell an den Ministerpräsidenten Kowalski: „Herr Kowalski, ich habe einen Appell an Sie – schaffen Sie keine Probleme, die von Ihnen gelöst werden, um Ihre Popularität zu erhöhen, sondern kümmern Sie sich um jede Hilfe im Kampf gegen die Pandemie, denn ich habe den Eindruck, dass Sie dort mehr gebraucht werden als hier, im Kampf gegen die „Germanisierung“. Schaffen wir keine Probleme, wo es keine gibt.

Szymon Folp als Jugendleiter der Bewegung Polen 2050 betonte die Bedeutung der Vielfalt. In seiner Rede betonte er den seiner Meinung nach beschämenden Versuch, in Harmonie lebende Nationen zu spalten. Ganz zum Schluss verwies der Leiter des Jugendforums in der Region Opole, Mariusz Podgórny, auf die gegenseitige Toleranz der verschiedenen Gemeinschaften in Oppelner Schlesien. „Wir können nicht zulassen, dass die Arbeit vieler Generationen zerstört wird.“