Deutsch für Selbstlerner Teil 4

Szczegóły wydarzenia

  • Deutsch für Selbstlerner Teil 4
  • Dodano: 01 wrzesieñ 2014

  • Heute erscheint die vierte Ausgabe unserer Initiative "Deutsch für Selbstlerner". Wir setzen unser Text über die Zuwanderung fort. Das sind die richtigen Antworten zum letzten Text: B, A, B, B, B

    To już czwarte wydanie naszej inicjatywy "Niemiecki dla samouków". Kontynuujemy tekst o imigracji. Prawidłowe odpowiedzi do ostatniego tekstu: B, A, B, B, B

     

     

    Vielen reicht ein unbeschränkter Aufenthaltstitel

    Und für den ganzen Aufwand bietet die Einbürgerung vielen schlicht nicht genug Vorteile. Es lässt sich bestens auch ohne deutschen Pass hier leben. Zwar dürfen Eingebürgerte wählen oder sich wählen lassen; sie können Polizist oder Finanzbeamter werden; für Reisen in die Schweiz oder die USA ist kein Visum mehr nötig; auch der Aufwand, den Pass in einem womöglich fern gelegenen Konsulat zu verlängern, entfällt.

    Doch in politikverdrossenen Zeiten wie diesen hat das Wahlrecht wenig Zugkraft. Und was die Reisefreiheit angeht: Einwanderer aus Drittstaaten mit unbeschränktem Aufenthaltstitel genießen in der EU ähnlich Rechte wie Deutsche.

    Andere Einwanderer scheuen die Behörden aus Misstrauen, aus einer irrationalen Angst, schlafende Hunde zu wecken. Wer in Irak oder Togo, in Indien oder Syrien aufwuchs, hat fast durchweg demütigende Erlebnisse mit korrupten Beamten hinter sich. Ohne Kontaktpersonen, die direkt in arabischen, afrikanischen oder asiatischen Communitys aufklären und Vertrauen aufbauen, ist dem tief sitzenden Argwohn kaum beizukommen.

    Das Einbürgern kann eine Identitätskrise auslösen

    Als Hauptgrund jedoch nennen Menschen aus Drittstaaten wie der Türkei, dass sie ihre bisherige Staatsangehörigkeit nicht aufgeben wollen. Sie möchten ihr Geburtsland ? oder das der Eltern ? nicht verraten, außerdem ganz pragmatisch ihr Aufenthaltsrecht dort erhalten. Dabei schwingt noch etwas ganz anderes mit: dass auf Einbürgerung verzichtet wird, weil sie in Wahrheit nicht funktioniert.

    Als identitätsbildende Maßnahme zumindest bewirkt Einbürgerung kaum, was sie verspricht. Viele Menschen berichten nach Empfang der Urkunde, dass sie sich nicht "deutscher" oder "willkommener" fühlen als zuvor. Und dass sie auch tatsächlich nicht als "echte" Deutsche akzeptiert werden. Wer dunkelhäutig ist, mit slawischem Akzent spricht oder einen türkischen Nachnamen trägt, hat auch mit deutschem Pass weiter Nachteile bei der Wohnungssuche, bei der Partnerwahl oder in der Karriere, das weisen Studien nach.

    "Viele sehen einfach nur ein anderes Geburtsland. Und damit ist man dann eben 'nur' ein Ausländer", so beschrieb ein junger Neu-Deutscher bei einer Debatte seine Erfahrung. Ein deutscher Jugendlicher gab zurück: "Würdest du denn eine Porsche-Karosserie mit VW-Käfer-Motor akzeptieren? Reicht schon, wenn der TÜV das macht." Das Einbürgern kann eine unerwartete, schmerzliche Identitätskrise auslösen. Ein Ufer wurde verlassen, das andere kann nicht erreicht werden. 80 Prozent der Türken, die zum deutschen Pass wechselten, würden die türkische Staatsangehörigkeit lieber heute als morgen wieder annehmen, wenn der Doppelpass das zuließe.

    Kein Deutscher, also ein "Integrationsverweigerer"?

    Paradoxerweise machen ausgerechnet die Einbürgerungskampagnen die Lage nicht besser, sondern heizen die Abwehr gegen vermeintlich Fremde, nicht voll Integrierte und Loyale, latent sogar an. Die Botschaft ist doch: Einwanderer mit deutschem Pass sind gute Einwanderer. Alle anderen wollen nicht mitspielen. Ganz so, als sei der Pass mit dem Bundesadler ein Zertifikat für ehrliche Absichten, eine Art Abiturzeugnis nach einer jahrelangen, mühseligen Ausbildung zum Deutsch-Sein.

    Wie passt das zum "neuen Wir der Vielfalt", das der Bundespräsident kürzlich bei einer Einbürgerungsfeier beschwor? Ein in Remscheid geborener Türke, der hier sein Abitur gemacht und studiert hat, hier arbeitet und GEZ-Beiträge bezahlt, aber bewusst keinen deutschen Pass will, fragte jüngst verbittert: "Warum muss ich mich in dieser Gesellschaft als Deutscher beschreiben, um nicht in den Verdacht zu kommen, ein ,Integrationsverweigerer' zu sein oder ein Problem?"

    Ja, warum? Ehrliche Willkommenskultur funktioniert anders. Kein Wunder eigentlich, dass nur zwei von 100 Ausländern Lust haben auf den deutschen Pass.



      Quelle: welt.de , Hannelore Crolly


     

    reichen - wystarczać

    (der) Aufenthaltstitel -  uprawnienia do pobytu w kraju

    (der) Aufwand - nakład (czasu)

    wählen - wybierać

    entfallen -  tu: nie ma miejsca

    politikverdrossen - zniechęcony do polityki

    (das) Wahlrecht - prawo wyborcze

    (die) Zugkraft - tu: atrakcyjność

    angehen - was ...... angeht - jeśli chodzi o....

    genießen - tu: cieszyć się czymś

    scheuen - tu: unikać

    aufwachsen - tu: wychowywać się

    demütigend - upokarzający

    (das) Vertrauen - zaufanie

    (der) Argwohn - nieufność

    beikommen - jemandem/einer Sache beikommen ? radzić sobie z kimś/czymś

    auslösen - tu: wywoływać

    aufgeben - tu: porzucać

    verraten - zdradzać

    mitschwingen - współbrzmieć

    verzichten auf + Akk - rezgnować z

    TÜV - Technischer Überwachungsverein - Związek Kontroli Technicznej

    schmerzlich - dotkliwy

    (das) Ufer - brzeg

    (die) Lage - tu: sytuacja

    (die) Abwehr - obrona

    latent - ukryty

    (die) Botschaft - tu: przesłanie

    (die) Absichten - zamiary

    mühselig - mozolny

    (der) Verdacht - podejrzenie

     

     

    Fragen zum Text

    Pytania do tekstu

     

     

    1.      Vielen reicht ein unbeschränkter Aufenthaltstitel. Warum ist das so?

     

    a)      Einbürgerung hat wenige Vorteile

    b)     Eingebürgerte müssen höhere Steuern bezahlen

    c)      Für den Aufenthaltstitel bekommt man Geld

     

    2.      Mit welchen Vorteilen ist ein unbeschränkter Aufenthaltstitel verbunden?

     

    a)      mit keinen

    b)     Reisefreiheit in der EU

    c)      man bekommt einen zweiten Pass

     

    3.      Wenn man deutschen Pass hat, wird man nicht mehr diskriminiert, oder?

     

    a)      es gibt Situationen, in den Eingebürgerte diskriminiert werden, z.B bei Wohnungssuche

    b)     deutscher Pass schützt vor Diskriminierung

    c)      ja

     

    4.      Wie fühlen sich Türken, die zum deutschen Pass wechselten?

     

    a)      alle Türken wollen ihn behalten

    b)     80% von ihnen würden gerne zum türkischen wechseln, wenn es möglich wäre

    c)      sie fühlen sich vom Staat verraten

     

    5.      Was könnte eine "Willkommenskultur" sein?

     

    a)      jeder Ausländer bekommt mehr Lohn, wenn er nach Deutschland kommt

    b)     alle, die nach Deutschland kommen, werden vom Bundespräsidenten empfangen

                      b)     alle Deutschen helfen den Ausländern, damit sie sich wie zu Hause fühlen