Täter und/oder Opfer? Gedenkkultur 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg

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  • Täter und/oder Opfer? Gedenkkultur 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg
  • Hinzugefügt: 14 Januar 2015

  • Am 19. Januar 2015 werden in Gleiwitz Markus Meckel, Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., DDR-Außenminister a.D.; und Prof. Dr. habil. Ryszard Kaczmarek zu Gast beim Diskussionstreffen sein, das der deutsch-polnischen Gedenkkultur zum 2. Weltkrieg gewidmet wird.

    70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges möchten wir die polnische und die deutsche Einschätzung der für beide Nationen dramatischen Ereignisse betrachten und analysieren, auf welche Weise die Gedenkkultur an den 2. Weltkrieg in Polen und Deutschland geprägt wurde. Sind wir schon dazu bereit - sowohl Polen als auch Deutsche - über die populäre Rollenverteilung der Deutschen als Täter und Polen als Opfer hinwegzusehen und stattdessen durch das Prisma einzelner Schicksale und individuelle Opfer zu blicken? Über dieses Thema werden wir mit unseren Gästen sprechen: Markus Meckel, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD), Ratsvorsitzender der von ihm initiierten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Mitglied im Kuratorium des Europäischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarität, der als Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. nach deutschen Kriegsgräbern u. a. in Polen sucht; und Prof. Dr. habil. Ryszard Kaczmarek, Professor der Schlesischen Universität und Leiter des Instituts für Regionalforschung in der Schlesischen Bibliothek. Die Diskussion wird von Rafał Bartek, Geschäftsführer des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit, moderiert. 

    Im Rahmen der bilateralen Einigungen erfüllt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. seine Aufgaben in Europa und Nordamerika. Unter seiner Betreuung befinden sich derzeit 832 Kriegsfriedhöfe in 45 Ländern, wo ca. 2,6 Mio. gefallene Soldaten begraben sind. 

    Nach dem politischen Umbruch in Osteuropa durfte der Volksbund seine Tätigkeit ebenfalls in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, wo im 2. Weltkrieg ca. 3 Mio. deutsche Soldaten gefallen sind, beginnen. Das waren zwei Mal mehr als die Anzahl der Begrabenen auf den Kriegsfriedhöfen im Westen. Bei der Realisierung seiner Aufgabe sieht sich der Volksbund mit großen Schwierigkeiten konfrontiert: viele von Hunderten von Gräbern sind sehr schwer zu finden, zerstört, bebaut oder geplündert worden.
     
    Seit 1991 hat der Volksbund 330 Friedhöfe aus dem 2. Weltkrieg und 188 Friedhöfe aus dem 
    1. Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südeuropa renoviert oder angelegt. Es wurden 796 053 sterbliche Überreste der deutschen Soldaten exhumiert, die auf 82 Friedhöfen begraben worden sind. 

    Der Eintritt ist frei, doch die Anzahl der freien Plätze ist begrenzt. Wir bitten um die Bestätigung der Teilnahme (per E-Mail, Fax oder Telefon) bis zum 18. Januar 2015. 

    Kontakt: Weronika Wiese, Tel.: 32 461 20 70, E-mail: weronika.wiese@haus.pl
    Partner:
    Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen
    Stadtmuseum in Gleiwitz